Wie und auf was kann man das eigene Leitungswasser testen?

Aktualisiert: 9. November 2018
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Leitungswasser in Deutschland ist trinkbar, überschreitet fast nie die Grenzwerte von schädlichen Stoffen und enthält oftmals mehr Mineralien als im Supermarkt als „Mineralwasser“ verkauftes Wasser.

  • Trotzdem sollte man regelmäßig das eigene Leitungswasser auf Schadstoffe überprüfen, falls doch einmal etwas bei der Wasseraufbereitung oder im Leitungssystem schiefläuft.

  • Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Testen des Leitungswassers, von einfachen Selbsttests bis zu teuren Laboranalysen.

Finger unter Wasser

Arten der Kontamination

Obwohl Leitungswasser in Deutschland generell sehr sauber ist und selten Schadstoffe enthält, sollte man gerade bei Neubezug einer Wohnung das Leitungswasser testen. Bei unzureichender Reinigung können z.B. Viren oder Chemikalien über das Grundwasser ins Leitungswasser gelangen. Diese Art der Verunreinigung wird normalerweise durch kontinuierliche Tests der Wasserversorger verhindert.

Ihr Wasserversorger ist verpflichtet, das Leitungswasser regelmäßig zu testen und die Ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen.

Selbst wenn die Wasserqualität dadurch gewährleistet ist, können auch in den Leitungen der Wohnung bzw. des Hauses des Endverbrauchers noch Verunreinigungen entstehen. Gerade bei älteren Gebäuden (bis Baujahr 1973) besteht hier die Gefahr dass das Wasser durch Metallrohre mit Schwermetallen belastet wird. Kupfer- und Bleirohre lassen sich auch in Deutschland noch ab und zu finden. Wenn mit Schwermetallen belastetes Wasser von Kleinkindern konsumiert wird, können schwerwiegende gesundheitliche Folgen drohen. Auch Bakterien und Keime vermehren sich manchmal im Leitungssystem und können zu Krankheiten führen, können aber durch einfache Tests auffallen.

Leitungswasser selbst testen

Durch im Internet angebotene Selbsttests kann man Leitungswasser innerhalb von wenigen Minuten unkompliziert selbst auf eine Vielzahl von Schadstoffen und Keimen testen. Diese Tests sind teilweise schon kostenlos erhältlich, wobei ab unter 10 Euro Tests angeboten werden, die weitaus zuverlässiger eine größere Bandbreite an Stoffen im Wasser feststellen kann. Selbsttests bestehen meist aus einigen Teststreifen, welche durch Kontakt mit den im Wasser enthaltenen Stoffen ihre Farbe ändern.
Um Schwermetallen im Wasser vorzubeugen hilft auch eine visuelle Inspektion der Rohre, bzw. Nachfrage bei Vermieter oder Hauseigentümer oder ein Hauswasserfilter.
Die Zuverlässigkeit einfacher Selbsttests kann in Frage gestellt werden, da durch beispielsweise ein leicht dreckiges Glas sehr schnell die Probe kontaminiert sein kann.

Wenn man vorsichtig ist und saubere Gefäße verwendet, kann man jedoch auch mit einfachen Selbsttests schon viele Verunreinigungen ausschließen.

Leitungswasser testen lassen

Ein professioneller Labortest Ihres Leitungswassers ist eine teurere, allerdings auch weitaus zuverlässigere und umfassendere Methode um Ihr Leitungswasser auf Schadstoffe zu testen. Labortests kosten meist ab ca. 20 Euro für einfache Tests, bis zu mehreren hundert Euro für ausführliche Berichte, bei denen Sie von Härtegrad (wichtig unter Anderem für Waschmitteldosierung) und pH-Wert über Mineralstoffgehalte bis zu Mikrobenbelastung alles über Ihr Wasser erfahren. Diese Tests können sie unter Anderem auch bei Ihrem Wasserversorger durchführen lassen, meist billiger als bei anderen Labors. Zur Entnahme einer Probe sollten sie eine mehrmals gereinigte Glasflasche verwenden, und auf der Flasche notieren bei welcher Temperatur Sie das Wasser entnommen haben.

Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, fragen Sie doch Ihre Nachbarn ob sie sich die Testkosten teilen. So lassen sich leicht ein paar Euro sparen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Arten der Kontamination
  2. Leitungswasser selbst testen
  3. Leitungswasser testen lassen
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